Don`t call me a Late Bloomer

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Late Bloomer. So bezeichnet man im englischsprachigen Raum Menschen, die man bei uns Spätzünder nennen würde. Spätzünder klingt aber so negativ. Den Begriff Late Bloomer finde ich viel passender, da hier der Prozess, den man durchläuft, so schön beschrieben wird (blooming = aufblühen). Mich als Late Bloomer zu bezeichnen würde aber bedeuten, dass mein Aufblühen bereits abgeschlossen wäre. Ich würde aber eher sagen, dass ich mich immer noch im Prozess des Aufblühens befinde – dabei bin, herauszufinden wer ich bin, zu mir selbst zu finden.

Gerade wenn der Herbst beginnt, wird man als Single überall an diesen ‚Status‘ erinnert. Ob in den sozialen Medien, im Park oder an der Bushaltestelle, überall trifft man auf sie: die Pärchen! Es fühlt sich an, als ob all meine Frendinnen um mich herum einen neuen, funkelnden Ring bekommen, jede überschwänglich davon redet, dass sie es kaum erwarten kann, den Rest ihres Lebens mit ihm zu verbringen, gedanklich schon die besten Städte für das neue Leben durchgeht, die schönsten Babynamen raussucht… In meinem Kopf schalte ich schon ab. Ich schwanke zwischen Überlegungen, wann wohl der Zeitpunkt gewesen sei, an dem ich so zurückblieb – und warum alle anderen es so eilig haben sich festzulegen, niederzulassen, eine Familie zu gründen. Ich werde in knapp 2 Monaten grade mal 21, wozu die Eile?

Ich habe noch diese gedankliche Bucket List mit all den Dingen, die ich noch machen möchte. Ausland, Abenteuer, alle sieben Kontinente bereisen. All die Orte die ich noch abhaken will. Rooftop, Wasserfall, Igloo Hotel. Und irgendwie weiß ich auch, dass ich all diese Dinge nicht unbedingt mit derselben Person erleben muss (oder will). Ich will spontan sein, das Leben genießen – so wie es kommt. Meine derzeitige Freiheit all das tun zu können, was ich möchte. Die vielen Reisen, dauernd unterwegs zu sein, viele neue Leute kennenzulernen. Das ist für mich Lebensqualität. Und das will und werde ich nicht so schnell aufgeben. Warum auch? Ich habe noch mein ganzes Leben vor mir und will so viel wie möglich davon ausschöpfen.

Die Welt erkunden. Safari Touren, Wildwasser Rafting, Berge besteigen, Tempel besichtigen, Roadtrips, Bagpacking, Europa, Afrika, Amerika, Asien, Australien… Andere Kulturen kennenlernen, andere Menschen kennenlernen. Einfach alles von der Welt sehen, das ist mein größtes (Lebens-)Ziel. Und wenn ich dann doch mal auf jemanden treffe, der mich umhaut, mich in seinen Bann zieht, mich dazu bringt auch über all die Sachen bzgl. gemeinsamer Zukunft nachzudenken, dann hoffe ich, teilt er dieses Ziel mit mir. Denn gemeinsam die Welt bereisen, spontan zu sein, das Leben in vollen Zügen auszuschöpfen, das klingt in meinen Ohren auch ziemlich gut! Aber ob ich den Richtigen nun schon morgen, in einem Jahr oder erst in 5 Jahren treffe, spielt doch überhaupt keine Rolle, solange ich glücklich bin. Solange ich das mache, was ich mir für (m)ein erfülltes Leben vorstelle.

Wir leben in einer Zeit, in der wir uns so viel erlauben dürfen, sich unsere größten Träume tatsächlich erfüllen können und sich uns so viele Möglichkeiten bieten, unser Leben nach unseren eigenen Vorstellungen zu gestalten. Die Einen haben das klassische Vater-Mutter-Kind-Familienhaus vor Augen, die Anderen die Abenteuerlust und Ungebundenheit und die Nächsten erst Abenteuer, dann Familie (oder andersrum). Egal, was ihr euch vorstellt, wenn es für euch perfekt klingt, dann ist es das Richtige. Ein universelles normal, wie man sein oder wann man was machen sollte, gibt es nicht. So sehe ich das zumindest und damit ermögliche ich mir ein glückliches Leben!

Geh da raus, mach dein Ding! Lass dir nichts einreden, lass dich nicht klein reden, das hier ist dein Leben! ♥

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Photo Credits @Anne-Marie (www.unboundedambition.de)

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9 Kommentare

  1. 25. September 2016 / 21:34

    Wunderschöner Blogpost! :*

    Liebste Grüße deine Single-Fotografin Anne-Marie

    • 25. September 2016 / 22:13

      Danke meine Lachflash-Partnerin und beste Single-Fotografin! 😀 <3

  2. Nadja
    26. September 2016 / 14:44

    Ich finde mich in deinem Eintrag auch wieder. Viele in meinem Bekanntenkreis haben auch früh geheiratet und/oder das erste Kind bekommen. Das ist schön, wenn es das ist, was sie glücklich macht. Aber wie du will ich vorher noch was erleben, reisen, viele Menschen kennenzulernen. Und es ist eben wichtig, dass man sich selbst treu bleibt und das macht, träumt und lebt(solange möglich), was man selbst auch möchte. Ich glaube, sonst wird man auch nicht glücklich:) LG Nadja ps. Heißt das bei euch echt Spätsünder? Da habe ich auch was dazu gelernt. Das Wort kannte ich noch gar nicht. Bei uns sind das „SpätZünder“, aber da gibt es dann wohl auch regionale Unterschiede:)

    • 26. September 2016 / 15:33

      Vielen Dank Nadja! Genau so sehe ich das auch, man sollte eben das machen, was einen glücklich macht 🙂 Und ja also bei uns sagt man Spätsünder, Zünder habe ich noch nie gehört, aber das ist ja auch ganz passend 😀 Liegt wohl wirklich an den regionalen Unterschieden… LG Aylin

    • 26. September 2016 / 17:33

      Ich habe es eben mal gegoogelt und es geht tatsächlich beides, aber Spätzunder mit Z trifft eher das, was ich meinte. Habe es jetzt geändert 😀 Danke für den Hinweis! LG Aylin

  3. 26. September 2016 / 15:11

    Hallo Aylin,

    durch die liebe Annemarie bin ich auf dich und deinen Blog gestoßen. Ein toller Post den du verfasst hast, der mich sehr zum nachdenken anregt. Ich finde aber auch, dass man sich sein Leben nicht vorschreiben lassen sollte, sondern es so lebt wie man möchte.
    PS: ich mag deinen Blog sehr

    • 26. September 2016 / 17:35

      Vielen Dank Pia! Ja genau, das ist die beste Art ein glückliches Leben zu führen 🙂 Freut mich, dass dir mein Blog gefällt! LG Aylin

  4. Lili
    8. Oktober 2016 / 13:00

    Liebe Aylin,

    ich bin nun 26 Jahre alt und bin selbst jetzt noch im Aufblühmodus, der bei vielen schon – wie du sagst – mit Anfang 20 abgeschlossen zu sein scheint. Ich habe auch mal geglaubt zu wissen, was ich will und wo es lang geht, bis dann das Leben kam.
    Um mich herum funkeln die besagte Ringe und ich bekomme süße Babys auf den Arm gesetzt, doch ich selbst fühle mich dazu einfach noch nicht bereit und ich habe darauf auch gar keine Lust. Ich lese Blogs von Mädchen, die 5 Jahre jünger sind als ich und kann mich mehr mit ihnen identifizieren als mit meinen Mami-Freundinnen – late bloomer eben. Mein Studium werde ich bald beenden und freue mich darauf zu arbeiten; die biologische Uhr ist ja noch längst nicht abgelaufen, sodass ich unbedingt jetzt loslegen müsste! Dass muss ich mir immer wieder selbst sagen…

    Ich möchte damit sagen: Wir werden irgendwann schöne Blumen werden, so oder so.

    Vielen Dank für deinen Post!

    • 20. Oktober 2016 / 21:34

      Du sagst es, Lili! Egal wie alt man nun ist, einzig und allein zählt doch, dass man sich die Zeit nimmt, die man braucht und das macht, was man will 🙂
      Vielen Dank für deinen tollen Kommentar! LG Aylin

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